Flugplatzbetreiber sagt Granseern mehr Ruhe zu

GRANSEE - „Es wäre infam zu behaupten, dass Fallschirmspringen ohne jeglichen Fluglärm abgeht. Aber ich versichere, wir werden den Geräuschpegel so gering wie möglich halten“, sagte gestern der Granseer Flugplatzbetreiber Mike Vetter. Die Mitarbeiter seiner Schule für Fallschirmsport würden gegenwärtig die Saison 2009 vorbereiten und es sei vorgesehen, die Zahl der Tandemsprünge von 2000 im Vorjahr auf 2500 zu erhöhen. „Wir sind ein privates Unternehmen, das auf Einnahmen angewiesen ist. Aber nicht nur das: Wir möchten damit auch den Tourismus in der Region ankurbeln“, fügte er hinzu.

Um erneuten Beschwerden von Anwohnern zuvorzukommen, nennt Mike Vetter drei Wege, die den Geräuschpegel eher zurückgehen, denn ansteigen lassen. Punkt eins wäre eine maximale Auslastung des neuen Absetzflugzeuges vom Typ Pac 750 XL. Die Maschine sei erst ein Jahr alt und verfüge über drei Plätze mehr als ihre Vorgängerin. Bei etwa 1000 Starts im Verlauf von sieben Monaten bedeute dies, dass etwa 3000 Springer mehr gen Boden schweben könnten als bisher. Dabei sei die mit nur einem Triebwerk ausgerüstete Maschine die emissionsärmste ihrer Klasse überhaupt.

Punkt zwei sei die bereits erfolgte Anschaffung eines geräuschärmeren Propellers. Leider lasse sich das rund 25 000 Euro teure Gerät aber erst Mitte des Jahres montieren, da eine Unmenge Zulassungen der Luftfahrtbehörden notwendig seien.

„Und schließlich“, so Mike Vetter, „werden wir in dieser Saison Tag für Tag die Strecken für die Steigflüge verlagern. Das heißt, wenn unsere Maschine ihre Kurven heute beispielsweise bei Wendefeld ziehe, so wird sie es morgen über der Gemarkung von Kraatz tun.“

Die Granseer Go-Jump-Fallschirmsportschule ist ein Wirtschaftsunternehmen, das nichts auslasse, die Belastungen für die Anwohner zu verringern, fügte Mike Vetter hinzu. Sein Unternehmen sei ein Werbeträger für die Region. Touristen, aber auch Flugsportler aus ganz Deutschland kämen nach Gransee. Auf dem Flugplatz seien vier Fachleute fest angestellt. Im Sommer kämen noch 15 zeitweise beschäftigte Personen hinzu.

Mitglieder der „Bürgerinitiative gegen Fluglärm“ hatten sich erst dieser Tage empört, dass ihnen seitens der Fraktionschefs der Granseer Stadtverordnetenversammlung eine Anhörung vor dem Parlament verwehrt werde. „Das ist nicht demokratisch, da der Flugplatzbetreiber eine solche Möglichkeit hatte“, hieß es. Amtsdirektor Frank Stege reagierte: „Eben weil wir die Bedenken der Anwohner sehr ernst nehmen, wurde der Betreiber des Sonderlandeplatzes eingeladen. Es werde überprüft, ob er seine Zusagen tatsächlich einhalte. Zudem habe die Bürgerinitiative den Stadtverordneten ihren Standpunkt bereits schriftlich mitgeteilt.“ (Von Wolfgang Gerth)

Quelle: http://​www.​maerkischeallgemeine.​de